18.12.2017

DFB-Ehrenamtspreisträger 2017: Hermann Giesemann

 Der Mann mit dem großen Hut ist das Mädchen für alles beim HSC BW Schwalbe Tündern. Hermann Giesemann hat bei den Blau-Weißen fast schon alles gemacht. „Aber nur fast alles“, schmunzelt der 67jährige. Soll heißen: In dem erfolgreichen Sportverein war er noch nie sportlich aktiv. Dennoch ist die Ehrung, die er jetzt durch den Deutschen Fußballbund (DFB) erhält, mehr als überfällig: Hermann Giesemann wird als DFB-Ehrenamtspreisträger 2017 des Kreises Hameln-Pyrmont ausgezeichnet. Eigentlich ist der Tünderaner ein Kind der Küste. Denn das Licht der Welt erblickte er im holsteinischen Tönning. Als 12jähriger zog er mit seinen Eltern nach Groß Bülten (Landkreis Peine), ehe er zehn Jahre später nach Hameln kam. Er schloss eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann ab, machte eine Zusatzausbildung zum Buchhalter und fand eine Anstellung beim BHW. So wie er Hamelns größtem Arbeitgeber bis zum Eintritt ins Rentenalter treu blieb, so gab es für ihn nie in seiner neuen Heimat einen anderen Verein als BW Tündern. „Natürlich habe ich mich immer für Sport interessiert“, erzählt er. „Doch Fußball gespielt habe ich aktiv nie“. Dass für ihn der Fußball doch einmal so eine Rolle in seinem Leben einnehmen würde, sei seinem „Fehler“, nie nein sagen zu können, zu verschulden. Erst wurde ein Betreuer für die E-Jugend gesucht. Er übernahm den Job, da sein Sohn in dem Team spielte, und man nutzte bei den Schwalben schnell seine gelernten Fähigkeiten in der Verwaltung und als Buchhalter. Seither wiederholte sich dieses „Spielchen“ in schöner Regelmäßigkeit. Wurde ein Ehrenamtler für irgendetwas gesucht, kam man über kurz oder lang auf Hermann Giesemann. So fungierte der Mann mit dem großen Hut und den langen (inzwischen angegrauten) Haaren schon als Jugendleiter und Betreuer im Jugend- und Herrenbereich, und die Reihe seiner momentanen Tätigkeiten beim HSC BW Tündern reicht unter anderem vom Busfahrer und Stadionsprecher und vom Spielausschuss-Obmann bis hin zum Organisator für die Platzpflege. Seit vier Jahren ist er Rentner. „Mit einem Fulltime-Job könnte ich das alles nicht leisten“, betont er. Und auch seine Familie habe ihm ständig Rückhalt gegeben. Was wenig verwundert. Denn seine Söhne Henrik und Sven spielten viele Jahre Fußball, und Maik gehört seit Jahren zu den aktivsten Schiedsrichtern des Kreises. In den nun gut 23 Jahren hat er bei den Schwalben viel erlebt. „Bislang war es eine tolle Zeit in einem tollen Verein, und ich bin für diese Jahre überaus dankbar.“ Henner-E. Kerl

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